Berichte über Veranstaltungen, Versorgungsgänge und Ereignisse

Der nächste Versorgungsgang wird am 13.09.2019 stattfinden.

30.08.2019

 

Gut versorgt durch die Metzgerei Müller (diese Woche gab es italienischen Bohnen-Eintopf) machten wir uns bei - zum Glück - gutem Wetter wieder auf den Weg durch die Kölner Innenstadt.

Jeder Versorgungsgang-Freitag ist ein kontrastreicher Freitag: Zwischen Touristen, die begeistert den Kölner Dom bestaunen, Luxusläden, Junggesellenabschieden, Stammgästen die einen Plausch halten und uns einen schönen Abend wünschen, Uringeruch, Bierflaschen, neugierigen und freundlichen Passanten, die spontan etwas spenden und für die Arbeit danken, unfreundlichen Mitmenschen, die über unsere Arbeit schimpfen, Sprüche- Klopfern, die Fragen, ob wir vom Grillen kommen.

Auch unsere Gäste sind nicht immer gleich gut gefusselt, oftmals stehen Anspannung, Sorgen, die Angst vor dem nächsten Tag oder die Suche nach einem sicheren Schlafplatz wie eine dicke Mauer im Raum.

Mauern kann man einreißen, mit einem freundlichen Lächeln, lieben Worten, etwas zu Essen, einem Kaffee (gerne auch mit 3mal Zucker), anderen dringend benötigten Dingen und vor allem mit Verständnis, Geduld, Respekt und Wertschätzung. Jeden Freitag aufs Neue.

Tascha

16.08.2019

 

Am Freitag hatten wir Glück mit dem Wetter, es blieb trocken ?.
Es waren auch mehr Leute da, als zu den letzten Gängen...

Wir danken der Metzgerei Müller für das tolle Essen. Auf die Frage "Was gibt es denn heute?" standen wir da ?‍♀️. Wir haben es als "Chili ohne scharf" angepriesen ?. Es war mega lecker, ich hab' nur einen "Probierlöffel" abbekommen ?. Und es war auch gegen 22:00 noch sowas von heiß ?. Wir geben Euch hier gerne das Kompliment der letzten Clique, die wir am Breslauer Platz versorgten, weiter: Ihr habt das beste Essen seit langem gekocht ?.

Wir hatten einen ruhigen Gang. Über einige Wochen haben wir einen Satz Kleidung und Turnschuhe im Rucksack rumgeschleppt, den Schützling am Freitag endlich angetroffen. Das, was er an den Füßen hatte, konnte man echt nicht mehr als Schuhe bezeichnen ?... Es ist schwierig für Menschen, die sich außerhalb der stationären Angebote bewegen, sich mit dem Nötigsten einzudecken. Oft bedingt durch die Schwere der Suchterkrankung ist ihr Radius sehr eingeschränkt. Darum ist die mobile Versorgung sehr wichtig. Ein Feuchttuch ersetzt natürlich keine Dusche, aber es ist besser als nichts. Eine warme Mahlzeit und ein paar Kleinigkeiten, die den nächsten Hunger ein bißchen mildern... Mehr können wir oft nicht tun...

Häufig bekommen wir Fragen gestellt, wie "Warum suchen die sich keine Wohnung?" oder "Warum gehen die nicht arbeiten?". Jeder, der sich solche Fragen stellt, darf uns gerne bei einem Gang begleiten. Die Antwort liegt auf der Straße ?. Man bekommt eine andere Sicht der Dinge. Und man weiß die kleinen Dinge des Lebens wieder viel mehr zu schätzen. Eine eigene Toilette oder ein Kühlschrank kann Luxus sein...

In diesem Sinne... Bis zum nächsten Gang

Nicole

02.08.2019

 

Bedingt durch die "Mahnwache" und dem daraus resultierenden hohen Polizeiaufgebot waren am Domvorplatz nicht viele unserer Schützlinge vor Ort. Für die, die da waren, gab es eine große Portion Kartoffel-Möhren-Eintopf mit viel Gehacktes, zubereitet von der Metzgerei Müller. Es kam sehr gut an.

Auch auf unserem Rundgang trafen wir nicht so viele Schützlinge an wie sonst. Man merkt, dass es Monatsanfang ist.

Zur später Stunde fanden wir am Breslauer Platz dann doch noch einige hungrige Abnehmer, so dass unsere Töpfe fast leer wurden.

Es wurden auch ernste Gespräche geführt, die mich zum Nachdenken bringen. Ein Schützling bedankte sich mit Tränen in den Augen, dass es uns gibt und wir ihr zuhören, sie wertschätzen und ihr auch ein Lächeln schenken. In Köln würde keiner verhungern, aber diese einfachen Dinge, die bekomme sie sehr sehr wenig, und das fehlt ihr.
Solltet Ihr eine*n Obdachlose*n auf der Straße sehen schenkt ihm ein Lächeln und grüßt ihn. Es kostet nix, kann dem Gegenüber aber so viel geben.

Danke auch an Marco Staps, der uns begleitet hat.

Helmut

19.07.2019

 

Am Freitag hatten wir eine tolle Überraschung für unsere Schützlinge dabei. Wir wurden von Thomas Deloy, Basti Lenninghausen und Sally Marie Halbritter von Gaffel Kölsch mit erfrischender Fassbrause begleitet. Vielen Dank für Eure Hilfe!

Leider haben wir nicht so viele Schützlinge angetroffen wie sonst üblich, aber es konnten sich alle satt essen und eine Fassbrause mitnehmen. Helmut und Gabi haben lecker Gulasch mit Spätzle gekocht und frischen Gurkensalat gemacht.

Auch Feuchttücher, Hygiene-Artikel und Sonnenmilch waren wieder gefragt.

Die Bedarfe sind jede Woche anders und irgendwas hat man immer grade nicht dabei... Aber für das leibliche Wohl haben wir eigentlich immer genug dabei. Wir dürfen über den Sommer auch zum ein oder anderen Versorgungsgang nochmal Fassbrause an unsere Schützlinge verteilen.

Noch mal vielen Dank an das Team von Gaffel Kölsch.

Nicole

05.07.2019

 

Gemütlich haben wir unseren Versorgungsgang am Bahnhofsvorplatz begonnen. Mit leckerem Reissalat, von Helmut und und Gabi Schenk zubereitet, Kaffee, Tee, Cola und Wasser an Bord wurden wir schon von unseren Schützlingen erwartet. Jeder bekam eine ordentliche Portion zum satt Essen.

Neben dem Essen sind aber immer wieder die Gespräche über ihre Alltagssorgen ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Für Außenstehende mag es nach "Plausch" aussehen, aber wenn jemand einem sein "Innerstes" anvertraut, ist das ein großer Vertrauensbeweis. Und wir nehmen die Ängste und Sorgen ernst. Gestern trafen wir nach über einem Jahr einen Schützling von der alten Ringe-Tour. Er hat aus eigenem Antrieb den Weg in ein geregeltes Leben gefunden. Es geht aufwärts, auch wenn es noch nicht ganz rund läuft. Das sind für uns sehr seltene, aber schöne Momente und helfen uns am Ball zu bleiben.

Auf unserer Runde haben wir einige Schützlinge vermisst. Wahrscheinlich waren sie unterwegs, um Flaschen zu sammeln. Es war schon viel los durch den CSD. Bei solchen Großveranstaltungen liegt das Geld ja förmlich auf der Straße.

Wir wünschen allen ein tolles Wochenende und viel Spaß und Freude beim CSD

Nicole

27.06.2019

 

Wir sind verzweifelt auf der Suche nach einem neuen Lager in Köln, Lövenich, Frechen, Pulheim. Es sollte ca. 30 qm groß sein, ebenerdig und mit dem Auto gut zu erreichen sein.
Es würde auch eine Doppelgarage in Frage kommen.
Vielleicht kennt einer von euch jemanden oder hat selber etwas zu vermieten.
Besten Dank für eure Hilfe.

 

Telefon: 0152-26766085
E-Mail: helping-hands-cologne@web.de

21.06.2019

 

Wir wurden am Bahnhofsvorplatz bereits erwartet. Unsere Bollerwagen waren voll mit kalten Getränken, Kaffee, Tee und zwei 15-Liter-Töpfen gefüllt mit einer Reispfanne vom Team Marienbild, die bei unseren Gästen sehr gut ankam.

Neben den Gesprächen mit unseren Schützlingen wurden auch dankend Hygieneartikel in Reisegröße und Sonnencreme angenommen.

Unseren Versorgungsgang beendeten wir dann komplett leergefegt am Breslauer Platz. Aber wir hatten alle versorgt.

Helmut

08.06.2019

 

Ein neuer Vorstand wurde gewählt:

Helmut Schenk: 1. Vorsitzender
Tascha Espunkt: 2. Vorsitzende
Nicole Freyaldenhoven: 1. Kassiererin
Stefanie Dörr: 2. Kassiererin
Sabine Zeidler: Beisitzer/Schriftführerin

 

Die Satzung wurde leicht verändert.

Die Eintragungen in das Vereinsregister stehen noch aus.

 

07.06.2019

 

Wir wurden wieder von zahlreichen Schützlingen erwartet. Die ersten 15l waren in Null-Komma-Nix geleert. Großes Lob an das Team vom Marienbild für das Sauerkrautuntereinander mit Wursteinlage! Außerdem haben wir einige Liter kaltes Wasser verteilt. Aber auch der Kaffee war heiß begehrt.

Ganz nebenbei haben wir sehr viele Hygiene-Artikel und Sonnencreme verteilt. Leider kommt die Mundhygiene bei vielen Schützlingen zu kurz. Sie sind der Meinung, bei wenigen Zähnen lohnt putzen nicht. Erstaunlicherweise konnten sich doch einige für Mundspülung begeistern. Da werden wir uns zukünftig etwas umstellen. Die Mädels haben sich über duftende Cremes gefreut.

Wie schon so oft merken wir eigentlich jede Woche aufs neue, wie sehr man sich über unseren Besuch freut. Die Gespräche sind fast wichtiger als eine warme Mahlzeit und ein Kaffee. Nächstenliebe wird für unsere Gesellschaft leider immer mehr zum Fremdwort. Wir versorgen Menschen, die die Kontrolle über sich und ihr Leben verloren haben. Und wir freuen uns jede Woche, mit ihnen einen Moment der Freude zu teilen.

Wenn Du auch gerne ein wenig Freude verschenken möchtest, komm in unser Team. Wir haben immer viel Spaß und freuen uns über helfende Hände. Es ist ganz einfach.

Da der Sommer Einzug hält und unsere Schützlinge abends immer sehr beschäftigt sind, gehen wir ab sofort im 14-Tage-Rhythmus. Der nächste Gang findet am 21.06.2019 statt.

Nicole
 

31.05.2019

 

Sommerliche 28 Grad waren es zum letzten Versorgungsgang, bis in die Abendstunden. Mit knackigen Würstchen und diversen gemischten Salaten haben wir abwechslungsreiches Essen anbieten können. Danke Stefanie Dörr für deinen saarländischen Nudelsalat.

Neben der opulenten Essensauswahl hätten wir besser noch Sonnencremes zum Verteilen dabei gehabt. In vielen Gesichtern konnte man die vergangenen sonnigen Tage erkennen. Wie oft wir das in Nachberichten wiederholen, aber es sind und bleiben alle Jahreszeiten, die einem Obdachlosen das Leben auf Platte erschweren.

Es war voller als sonst in der Kölner Innenstadt, vielleicht die Kombination schönes Wetter und Brückentag...?! Wir "gehen" nicht nur durch die Straßen, wir beobachten auch und nehmen Veränderungen wahr. 08/15 ist definitiv kein Gang.

Bei dem Gang haben wir viel Aufmerksamkeit für unsere Schützlinge wahrgenommen, Passanten die sich mit ihnen unterhielten, eine Spende hinterließen oder sich für unsere ehrenamtliche Arbeit interessierten. Offenheit ist ein guter Weg für Verständnis und ein gutes Miteinander.

Deshalb ein großes Danke an euch Helpies für die Unterstützung zu diesem Gang.

Charly
 

24.05.2019

 

Nach einigen Wochen privaten Umzugs/Stress war ich dann zu diesem milden Versorgungsgang auch wieder dabei. Und mit Blick auf meinen letzten Gang Ende März zum Hiesigen wandeln und ändern sich die Welten wirklich täglich, oder kann man sogar behaupten stündlich?

Wir haben ja oft schon von Woche zu Woche Veränderungen bemerkt und wahrgenommen, aber die lange Distanz hat mir nochmal deutlich gezeigt, dass der Zerfall eines obdachlosen Menschen gnadenlos ist, und die Thematik Obdachlosigkeit weiterhin zugenommen hat bzw. wir auch eine Verdrängung beobachten.

An Stammplätzen treffen wir schon lange nicht mehr unsere Gäste an, da mag ich nur hoffen, dass sie sich Unterstützung gesucht haben und eventuell in Einrichtungen untergekommen sind...

Dann besuchte uns ein Schützling nach langer beruflicher Abwesenheit, worüber wir uns sehr freuten, und der neben Hunger auch viel zu erzählen hatte.

Die Welt dreht sich weiter und die Schicksale sich mit ihr.

Dass sich oft schwere Schicksalsschläge hinter der Obdachlosigkeit verbergen, wollen viele nicht sehen oder es fehlt am Verständnis.

Den Wahrheitsgehalt können wir nicht bestätigen, aber ein ehemaliger in Kabul stationierter Soldat hat uns erzählt, dass er nach der Rückkehr den Boden unter den Füßen verloren habe. Ohne Halt von Familie und Freunden ist das meistens der "freie Fall", und am Ende nicht selten der Weg, auf der Platte zu landen.

Wir haben viele Schicksale in den vergangenen Jahren kennengelernt, die uns Woche für Woche nachdenklich stimmen...

Auch wenn ich selber einige Wochen ausgesetzt habe, ist das Thema ja überall, wo man hingeht, präsent. Ob man uns nun zu Versorgungsgängen unterstützt oder privat mit offenen Augen versucht zu helfen, versucht ins Gespräch zu kommen, wäre ein schöner Schritt voran.
Hinsehen statt wegsehen!

Die ersten Schritte machen auch unsere neuen Helfer und Unterstützer, worüber wir mega dankbar sind.
Danke an Mark für den opulenten Geschnetzeltes-Spätzle-Eintopf und die helfenden Hände.

Charly
 

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